Chronologie einer jahrzehntelangen Hasskampagne
Das ist die timeline der Attacken eines Stalkers, der von pathologischem Hass getrieben, seit Jahrzehnten versucht einem Künstler auf jede erdenkliche Weise zu schaden, seinen Ruf zu zerstören und seine Ausstellungen zu verhindern.
Gottfried Helnwein und die erste Museums-Retrospektive des Comic Künstler Carl Barks:
Anfang der 90er Jahre organisierte Gottfried Helnwein die weltweit erste Museums-Retrospektive des legendären Comic Künstlers Carl Barks. Gleichzeitig zur Ausstellung publizierte er auch ein Buch über sein Werk, in dem Barks, vor allem in Europa zum ersten mal einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Carl Barks war der bedeutendste Künstler, der für Walt Disney gearbeitet hat, und er gilt als der Schöpfer Donald Ducks, Dagobert Ducks und Entenhausens.Die Ausstellung wurde in 12 europäischen Museen gezeigt, zuletzt in Österreich, im Karikaturmuseum in Krems, wo sie von etwa 100,000 Besuchern gesehen wurde. Die gesamte Ausstellungs-Tournee war mit fast 900,000 Besuchern ein grosser Erfolg.
In der Anthologie ‘50 Klassiker Comics - Von Lyonel Feininger bis Art Spiegelmann’ schreibt der Autor Andreas C. Knigge:
“Als der ‘Duck Man’ 1994 anlässlich einer von Gottfried Helnwein organisierten Museums-Ausstellung erstmals nach Europa kam, wurde Barks von zwei Regierungschefs und einer Königin empfangen. Das Comic-Heft war salonfähig geworden.”
Helnwein war mit Carl Barks befreundet, dessen Werk Helnwein seit seiner Kindheit bewunderte, und seit Anfang der 80er Jahre besuchte er ihn mehrfach in seinem Atelier in Oregon.

In einem ausführlichen Interview sprach er mit ihm über seine Arbeit und seine Zeit in den Disney Studios. Das Interview wurde weltweit mehrfach in Büchern und Printmedien publiziert, zuletzt als Coverstory des Magazins der Süddeutschen Zeitung. (Süddeutsche Zeitung, 16.10.1992)

Helnwein teilte Barks damals mit, dass er beschlossen hatte, sein Werk in einer grossen Museums-Retrospektive zu präsentieren, um der Welt den Künstler hinter den populären Comics vorzustellen. Carl Barks war sehr berührt und freute sich darauf. Helnwein erwarb für dieses Projekt viele Skizzen und Zeichnungen von Barks, und dieser schenkte Helnwein seinen Arbeitstisch für die Ausstellung und seine Arbeitswerkzeuge - die Federn, Stifte und Tusche-Fläschchen, mit denen er seine Donald Duck Comics geschaffen hatte.Helnwein arbeitete für dieses Projekt eng mit der Disney Zentrale in den USA zusammen, die seine Ausstellung unterstützten, und ihm das uneingeschränkte Nutzungsrecht für die Ausstellung und die damit verbundenen Publikationen zur Verfügung stellten.
Walt Disneys Neffe Roy Disney schrieb im Vorwort zu dem Katalog:
“Wir sind Gottfried Helnwein zu grossem Dank verpflichtet, dass er die erste bedeutende Ausstellung von Carl Barks' Kunstwerken und den damit verbundenen Katalog ermöglicht hat. Gottfried Helnwein, selbst ein anerkannter Künstler, hat der Kunstwelt mit diesem Projekt einen grossen Dienst erwiesen, indem er über 300 Arbeiten des Künstlers für dieses wirklich bedeutsame Ereignis zusammengestellt hat.”Roy Disney
Zur Eröffnung zeigte das Walt Disney Museum in San Francisco, Helnweins Gemälde “Mouse 1” aus der Sammlung des SF MOMA, San Francisco Museum of Modern Art, als zentrales Ausstellungsstück.

Seit Ende der siebziger Jahre setzte sich Helnwein für die Anerkennung der Comic Kunst, als wesentliche Kunstform des 20. Jahrhunderts ein, zu einem Zeitpunkt, als die Kunstwelt, Comics noch als trivial verachtete, provozierte mit Behauptungen wie: “Donald Duck ist ein bedeutenderes Kunstwerk als die Mona Lisa.”
Donald Ault, Professor der University of Florida, schreibt in seinem Buch “Conversations” , (University Press, 2002):
“The influence of Barks's work on such filmmakers as George Lucas and Steven Spielberg and on such artists as Gottfried Helnwein has extended Barks's significance far beyond the boundaries of comics”.
Sein Buch “Gottfried Helnwein, Wer ist Carl Barks”, erschienen im Neff Verlag, Stuttgart, 1993, mit einem Cover von Helnwein, einem Interview, mit Barks vom 11. Juni 1992 in Oregon, und einem Vorwort von Roy Disney:

Anlässlich eines Interviews mit Carl Barks, zeigt ihm Spiegel Redakteur Helmut Sorge das Helnwein Buch (Wer ist Carl Barks?) und fragt ihn: “Erheitert es Sie eigentlich, wenn Sie beispielsweise von dem österreichischen Künstler und Duck-Fan Gottfried Helnwein als einer der “bedeutendsten Künstler dieses Jahrhunderts” bezeichnet werden?”

Der Stalker taucht auf und der Terror beginnt
Ende der 80er Jahre tauchte eines Tages Peter Reichelt auf, der Helnwein in seiner aufdringlichen Art, immer wieder in seinem Atelier aufsuchte, um Informationen über seine Arbeit zu bekommen, und ihm irgendwelche Verträge und Geschäfte aufzudrängen. Eines Tages sah er seine Vorbereitungen für die Ausstellung und das Buch zum Thema Donald/Barks und erkundigte sich neugierig über alle Details zu diesem Projekt. Es war offensichtlich, dass er nichts von Barks wusste und keine Ahnung von der Materie hatte. Helnwein gab ihm eine Einführung in die Arbeit von Carl Barks, und erwähnte dabei auch die Mitarbeit eines befreundeten Comic Experten aus Berlin, Carsten Laqua.Herr Reichelt kontaktierte daraufhin sofort Carsten Laqua und schlug ihm vor, den Kontakt zu Helnwein abzubrechen, und das Projekt mit ihm durchzuziehen, was dieser natürlich entrüstet ablehnte.
Carsten Laqua erinnert sich:“Herr Reichelt hatte von meiner Zusammenarbeit mit Gottfried Helnwein erfahren, weshalb er mich in Berlin besuchte. Inhalt der Besuche waren das Sammeln von Informationen über das Ausstellungsthema, wobei sich Herr Reichelt als völliger Laie entpuppte, und der Versuch, mich von Herrn Helnwein abzuwerben”. (Carsten Laqua, Eidesstattliche Erklärung, 20.12.2024)
Helnwein beschloss daraufhin den Kontakt mit Herrn Reichelt abzubrechen und erteilte ihm Hausverbot.
Reichelt stellte dann in Eile ein eigenes, amateurhaft gemachtes Donald/Barks Buch her, indem er einen Text von Michael Barrier, der bereits 1982 in Amerika erschienen waren, ins Deutsche übersetzten liess.Reichelt gibt in seinem Vorwort selbst zu:
“Unsere Vorgabe war, dass das Buch bis spätestens März 1994 fertig sein müsse. Grund für die Eile: die Eröffnung der grossen Barks-Museumsretrospektive (von Gottfried Helnwein) im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover.”
“Ein lieblos gemachtes, kümmerliches Produkt” - Kein Verlag wollte Reichelts Buch
Er gab weiters zu, dass kein Verlag an seinem Buch interessiert war (Zitat):
“Keiner der grossen deutschen Verleger wollte in dieses verlegerische Abenteuer einsteigen. Wir erhielten eine Absage nach der anderen…”
Und da kein Verleger an seinem Machwerk interessiert war, publizierte er es rasch im Eigenverlag, mit der Absicht es in Helnweins Ausstellung zu verkaufen um mitzuverdienen. Reichelt hatte nicht den geringsten Bezug zur Materie, es ging ihm nur um das schnelle Geld.
»Reichelt ist ein Trittbrettfahrer«, bestätigte Hans-Werner Schmidt, der Direktor des Museums der bildenden Künste in Leipzig, nach einschlägigen eigenen Erfahrungen.
Für Helnwein war dieses Projekt eine Herzensangelegenheit, und die Begeisterung für das Werk eines bedeutenden Künstlers, der nicht nur ihn, sondern auch unzählige andere Menschen weltweit inspiriert hatte.
1982 erschien die Barks Biografie “Carl Barks and the Art of the Comic Book”, von Michael Barrier, im M. Lilien Verlag, USA. Und das ist die schnell zusammengeschusterte Kopie, die Reichelt, ein Jahr nach dem Erscheinen des Helnwein Buches, kurz vor seiner Ausstellung 1994 im Eigenverlag herausbrachte, eine Mixtur aus Michael Barriers Biographie und Helnweins “Wer ist Carl Barks?”:

Reichelt tobt und scheitert bei Gericht
Als die Museums Ausstellung 1994 im Münchner Stadtmuseum vorbereitet wurde, tauchte Reichelt auf und versuchte der Museumsleitung sein Barks-Buch aufzudrängen. In seiner Unverfrorenheit forderte er sogar, Helnweins offiziellen Ausstellungskatalog zu verbieten, da es angeblich eine Einstweilige Verfügung dagegen gäbe (eine der vielen freien Erfindungen Reichelts). Als der Direktor des Museums, Dr. Wolfgang Till, sich weigerte und sein Buch wegen minderwertiger Qualität ablehnte ( “Ein lieblos gemachtes, kümmerliches Produkt”), begann Reichelt im Museum zu toben, und musste mehrmals durch Museumsangestellte mit Gewalt aus dem Museum entfernt werden.
Statement von Dr. Wolfgang Till, Direktor des Münchner Stadtmuseums:

Reichelt setzte das Museum tatsächlich auf ungewöhnliche Weise unter Druck und bombardierte die Museumsleitung über seine Anwälte (Unverzagt, Broszehl, Feldmann, Have, & Reich) mit Drohungen und absurden ultimativen Forderungen:
14.6.94 “Wir fordern Sie auf, zu bestätigen, dass das Buch “Wer ist Carl Barks”, herausgegeben von Gottfried Helnwein, erschienen im Neff Verlag, nicht zum Verkauf angeboten wird”.
20.06.94 “Wollen Sie uns bitte zusagen, dass im Rahmen der Ausstellung das Buch “Carl Barks - die Biographie” von Michael Barrier erschienen im Brockmann und Reichelt Verlag zum Verkauf angeboten wird.”
27.6.94 “leider haben Sie sich auf unsere bisherige Schreiben nicht verhandlungsbereit gezeigt. Daher sehen wir uns gezwungen, die Ausstellung verbindlich zu untersagen. Die Untersagung bleibt solang wirksam, bis eine Einigung über die Zahlung eines angemessenen Ausstellungshonorars für Herrn Barks erzielt wird.”
usw..usw..
(Es ging also nur ums Geld, allerdings nur für Reichelt, da Barks von der ganzen Sache ja nichts wusste).
Da das Museum seine unverschämten und unsinnigen Forderungen ignorierte, erstattete Reichelt mehrere Strafanzeigen gegen Helnwein und das Museum. Weil die Beschuldigungen aber jeder Grundlage entbehrten, wurden alle Verfahren, wie nicht anders zu erwarten, sofort wieder eingestellt. (Staatsanwaltschaft München, AZ 337 Js 18259/94, Staatsanwaltschaft Baden-Baden AZ 13JS 142/94, Staatsanwaltschaft Berlin, AZ 1 Wi Js 115/95)
Reichelt liess sich aber dadurch nicht aufhalten, und verklagte Helnwein, den Verlag des Helnwein-Buches und das Museum wegen “Urheberrechtsverletzung” beim Landgericht Hamburg. Natürlich ein sinnloses Unterfangen, und da die Disney Corporation Helnwein die Nutzungsrechte für die Ausstellung, das Buch und Merchandise Artikel vertraglich zugesichert hatten, verlor Reichelt natürlich auch diese Klage. Im Juni 1994, wies das Landgericht Hamburg, Zivilkammer 8 (AZ-308 0 146/94) den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen Helnwein, das Museum und den Verlag endgültig zurück.
Die Stadt München erteilt Reichelt offizielles Museums-Hausverbot
Auch das machte nicht den geringsten Eindruck auf Reichelt, und in seiner Rage stürmte er kurz vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung mit zwei Streifenpolizisten, die er auf der Strasse aufgegabelt hatte, ins Museum und verlangte von Ihnen, Bilder in der Ausstellung abzuhängen und wegen angeblicher Copyright-Verletzung zu beschlagnahmen. Daraufhin platzte dem Direktor endgültig der Kragen, er klärte die verwirrten Polizisten über den Sachverhalt auf, die sich daraufhin entschuldigten und verärgert zurückzogen. Reichelt der daraufhin zu toben begann, musste von Mitarbeitern des Museums gewaltsam entfernt werden.
Carsten Laqua, Helnweins Partner bei dem Ausstellungsprojekt, berichtet über seine diesbezüglichen Erfahrungen in einer Eidesstattlichen Erklärung (20.7.95):
“Herr Peter Reichelt und (seine Partnerin) Frau Ina Brockmann haben während der Ausstellungstournee “Die Ente ist Mensch geworden” mehrfach, teilweise massiv, versucht ,unsere Ausstellung zu stören”…In der Folge kam es unter Hinzuziehung mehrerer Museumsmitarbeiter zu einem lautstarken Handgemenge…Erst mit dem Eintreffen einer Funkstreife wurde die Störaktion beendet ..”)
in einem Fax am 24.7.1995 fasste Direktor Dr.Wolfgang Till die Ereignissen noch einmal zusammen:
Sehr geehrter Herr Helnwein,
Darf ich Ihnen noch einmal bestätigen, wie es anlässlich unserer gemeinsamen Barks-Ausstellung (24.Juni - 4. Sept 1994) im Münchner Stadtmuseum zum Hausverbot für die Brockmann und Reichelt GmbH gekommen ist. Die Vorgeschichte bestand aus einer Reihe sich von Bitten zu immer dreisteren, schliesslich ultimativen Forderungen steigernden Fax-Briefen, in denen es nur darum ging, das Barks-Buch der Brockmann-Reichelt-GmbH zu verkaufen. Dies führte schliesslich dazu, dass unsere Eröffnung am 23. Juni 1994 massiv gestört wurde. U.a. liessen Brockmann und Reichelt Handzettel am Eingang verteilen, erschienen ohne Einladung und Eintrittskarte mehrfach in der Ausstellung, um irgendwelche ‘Kontrollen’ vorzunehmen und tauchten schliesslich, während wir uns alle auf die Eröffnung vorbereiteten, mit zwei Streifenbeamten auf. Dasselbe tags darauf, worauf ich unseren Rechtsanwalt Dr. Steiner hinzuziehen musste, der auch Zeuge einer dieser Störaktionen wurde. Er hat daraufhin ein Hausverbot formuliert, das ich am 29.6. als Hausherr dann auch schriftlich ausgesprochen habe.
In meiner langen Museumslaufbahn sind mir Menschen mit solch einer unverschämten Dreistigkeit wie Reichelt und Brockmann noch nie begegnet. Es war daher auch das erste Hausverbot, das ich je erteilt habe.
Dr. Wolfgang TillDirektor des Münchner Stadtmuseums
Die Süddeutsche Zeitung berichtet:
“Donald Duck darf bleiben - Der Streit um die Carl Barks-Ausstellung ist entschieden. Peter Reichelt, dessen Barks-Buch in der Münchner Ausstellung nicht verkauft wird, lässt tatsächlich nicht nach. Wolfgang Till, Direktor des Stadtmuseums: “Heute war er mit zwei Polizisten da und wollte ein Ausstellungsstück beschlagnahmen lassen. Wir haben ihm jetzt Hausverbot erteilt.” Den Streit um die Duck-Schau findet Till ohnehin absurd: ‘so etwas hat es in Deutschland noch nie gegeben.’ ”

Reichelt will seinen Anwalt nicht bezahlen und ‘jemand’ entwendet die Prozessvollmacht.
Nachdem Reichelt den Prozess gegen Helnwein und das Museum beim Landgericht Hamburg, endgültig verloren hatte, kam es zu einer überraschenden Wendung: Der bisher so hartnäckig klagende gegnerische Anwalt meldete sich plötzlich bei Helnweins Anwalt, diesmal ganz kleinlaut und verzweifelt, und bat den Kollegen um Hilfe.
Er erzählte ihm, dass Reichelt die Honorarforderung nach den verlorenen Prozessen empört zurückgewiesen habe, mit der absurden Behauptung, er habe dem Anwalt nie eine Bevollmächtigung für die Prozessführung gegeben, die Prozesse hätten ohne sein Wissen stattgefunden, und er sähe sich daher gezwungen, die Anwaltskammer davon zu unterrichten. Der fassungslose Anwalt griff sofort nach dem Aktenordner, der die unterschriebene Vollmacht beinhalten sollte, und erkannte mit Entsetzen, dass sie nicht mehr vorhanden war. “Jemand” hatte sie offensichtlich in einem unbeobachteten Augenblick entwendet. Er bat nun Helnweins Anwalt um die Kopie, die er ihm bei seiner ersten Kontaktaufnahme geschickt hatte.
Reichelt klagte, aber das Landgericht Hamburg glaubte ihm nicht, dass er keine Vollmacht erteilt hätte, und verpflichtete ihn zur Zahlung der Prozesskosten. Reichelt legte Beschwerde dagegen ein, und schließlich verkündete das Hanseatische Oberlandesgericht am 29.1.1996:
“Die Beschwerde der Antragstellerin (Reichelt+Brockmann) gegen den Kostenfestsetzungsbeschluss des Landesgerichts Hamburg, vom 15.Juni 1995, wird zurückgewiesen. Die Antragstellerin trägt die Kosten der Beschwerde.”
(Az 308 0 146/94).
Ende.
Comic Experte Carsten Laqua, Partner bei Helnweins Barks-Retrospektive, beschreibt seine Erfahrungen mit Reichelt:

Peter Reichelt und zwei amerikanische Manager
1993 starb Carl Barks’ Frau Garé, die sich bis dahin um seine Geschäfte gekümmert hat. Carl Barks war zu diesem Zeitpunkt schwer deprimiert, als zwei findige Geschäftemacher, Bill Grandey und Kathy Morby, die Kontrolle über ihn übernahmen und sich zu seinen Managern ernannten. Sie gründeten das sogenannte “Carl Barks Studio”, welches mit dem Handel von Original Zeichnungen, Limited Edition Prints und verschiedenen Merchandise Produkten einen lukrativen Handel aufziehen wollte.Sie begannen nun den greisen Barks vollkommen zu isolieren, und keiner seiner alten Freunde hatte mehr einen direkten Zugang zu ihm. Helnwein war seit den frühen 80er Jahren in freundschaftlichem Kontakt mit Carl und seiner Frau Gare gewesen, besuchte ihn regelmässig, und besprach mit ihm die Vorbereitungen der Museum Retrospektive, die er für ihn plante.Als Grandey und Morby die Kontrolle übernahmen, unterbrachen sie auch Helnweins Verbindung zu Barks.
Das einzige Ziel der beiden war offensichtlich mit dem Namen des legendären Comic Künstlers Geld in die eigene Tasche zu wirtschaften.Reichelt erkannte seine Chance sofort und kontaktierte die beiden Manager und versprach ihnen bei Helnweins Ausstellungen Geld für sie einzutreiben, wenn sie ihn zu ihrem Agenten ernennen würden, was sie in der Hoffnung auf diese Einnahmen, auch taten. Reichelt trat nun als “Agent” der beiden Manager auf, allerdings ohne das Wissen von Carl Barks. Das sogenannte “Carl Barks Studio” benützte den Namen des Künstlers, bestand aber tatsächlich nur aus Grandey und Morby und deren Bankkonto.
Reichelts plump gefälschte “Barks-Presseerklärung”
Reichelt tauchte weiter unerbittlich auch bei den nachfolgenden Ausstellungen der Barks Retrospektive auf und belästigte die Museumsdirektoren jedes Mal wieder mit den gleichen absurden Vorwürfen und Geldforderungen.
1995, anlässlich der Ausstellungsstation im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, drohte Reichelt dem Direktor des Museums, Dr. Hornbostel, dem Museum “Schaden zuzufügen”. (Eidesstattliche Erklärung von Carsten Laqua, 20.7.1995)
Kurz darauf, am 17.2.95, veröffentlichte Reichelts Anwalt, über die DPA, eine plump gefälschte Presseerklärung, im Namen von Carl Barks, (aber ohne dessen Unterschrift) in der dieser angeblich Helnweins Ausstellung verurteilte und mit einer Klage drohte. In zahllosen Presseartikeln in ganz Deutschland wurde Gottfried Helnwein daraufhin zu Unrecht bezichtigt, Carl Barks betrogen, und die Ausstellung gegen seinen Willen durchgeführt zu haben.
Ausserdem erstattete Reichelt wieder einmal Anzeigen bei drei verschiedenen Staatsanwaltschaften, die, wie immer, sofort wieder eingestellt wurden.
Helnweins Partner Carsten Laqua kontaktierte daraufhin die Manager Grandey und Morby und stellte sie bezüglich der “Presseerklärung” zur Rede.Die Manager waren entsetzt und versicherten, dass weder sie noch Carl Barks irgendetwas damit zu tun hatten, und sie vermuteten sofort korrekt: "Da steckt sicher Reichelt dahinter!" Diese wilde Aktion Reichelts ging den Managern doch zu weit und sie distanzierten sich von ihm, und versicherten, dass die Presserklärung gefälscht war, und weder sie noch Carl Barks Kenntnis davon hatten.

Das Gericht bestätigt: die angebliche Presseerklärung von Carl Barks war eine Fälschung. Reichelts Widerspruch wurde zurückgewiesen.
Nach Helnweins Unterlassungsklage gegen Reichelt stellte das Landgericht Hamburg schließlich am 10. 4.1995 in seinem Urteil fest, dass die von Reichelt an die Presse verbreitete Stellungnahme unter den Titel: "Presseerklärung von Carl Barks" nicht von Carl Barks stammte, also eine Fälschung war. Eine weitere Verbreitung wurde ausdrücklich verboten (Bei Zuwiderhandlung drohte eine Ordnungsstrafe bis zu 500,000.- oder eine Ordnungshaft bis zu 2 Jahren)
Aus der Urteilsbegründung:
"Dem im Eilverfahren glaubhaft gemachte Vortrag des Antragstellers (Gottfried Helnwein), demzufolge die streitgegenständliche Presseerklärung nicht von Carl Barks stammt und inhaltlich unzutreffend ist, sind die Antragsgegner (Reichelt und Brockmann) nicht entgegengetreten. Auch haben Sie nicht in Abrede genommen, die Presseerklärung zur Veröffentlichung an verschiedene Presseunternehmen weitergeleitet zu haben. Damit steht dem durch die unrichtige Presseerklärung betroffenen und in seinem Persönlichkeitsrecht verletzten Antragsteller der geltend gemachte Unterlassungsanspruch gegenüber den Antragsgegnern zu."
Der Widerspruch der Reichelt Anwälte wurde durch das Landgericht Hamburg am 26.5.95 zurückgewiesen. (AZ 324 0 142/95).

Strafanzeige wegen zweifacher Urkundenfälschung und Betruges.
Schliesslich erklärte der Anwalt, der die Presseerklärungen im Auftrag von Reichelt verbreitet hat, er sei von ihm mittels gefälschter Urkunden hereingelegt worden, und erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Reichelt wegen zweifacher Urkundenfälschung und Betruges.
Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhob am 13.4.1995 gegen Reichelt Anklage wegen Verdachtes der falschen eidesstattlichen Aussage (AZ-408-JS 15/95)
Ein besonders deutliches Beispiel, wie unverfroren Reichelt lügt.
1994 schreibt Reichelt im Vorwort seines, im Eigenverlag herausgegebenen, Buches:
“Meinen Freund Carl Barks kenne ich nun seit über einem Jahrzehnt. Seit dem Beginn unserer Freundschaft war es mein grosser Wunsch, die Biographie über sein spannendes Leben zu veröffentlichen”… und ”In dieser Zeit wurde meine Beziehung zu Barks immer freundschaftlicher”.
In seinem selbstverfassten Wikipedia-Eintrag behauptete er ebenfalls, “seit 1986 Agent und persönlicher Berater von Carl Barks” zu sein.
Seltsam, denn als er Helnwein 1993 bei seinen Vorbereitungen für die Barks Ausstellungen in seinem Atelier überraschte, wusste er nichts über Barks, und sowohl Helnwein als auch sein Partner, der Comics Experte Carsten Laqua waren erstaunt, wie ahnungslos er in Bezug auf dieses Thema war.
Ein weiteres, und viel grösseres Problem ist, dass Reichelt Carl Barks niemals getroffen hatte, und dieser gar nichts von seiner Existenz wusste. 1991, also zu einem Zeitpunkt, als Reichelt angeblich schon “seit mehr als 7 Jahren mit ihm eng befreundet” war, und seit 5 Jahren als sein “Agent und persönlicher Berater” agierte, schrieb er einen Brief an Barks, und bat darum, ihn besuchen zu dürfen, um sich ein paar Prints signiert zu lassen.
Der sonst sehr freundliche Barks wies ihn schroff mit dieser Antwort ab:
“Ich habe nicht geantwortet, weil ich nicht weiss, was ich sagen soll, und ich frage mich, wer Sie überhaupt sind…Bezüglich Ihres Kommens, um mich zehn Prints signieren zu lassen, vergessen Sie’s. Ich müsste viel mehr über die Rechtmässigkeit der Drucke wissen, und ausserdem muss ich aufhören für Besucher zu signieren…ich bin nur für Leute verfügbar mit denen ich schon vorher geschäftliche Kontakte hatte.”
(I have not replied because I am not sure what to say, and I am wondering who you really are… About you coming over here in July to have me sign ten prints, forget it. I would need to know much more about the legitimacy of the prints, and besides I have to stop signing things for visitors… I am available only to people with whom I had prior business contacts)
(Anmerkung: das Wort “wer” (who) hat Barks unterstrichen). Auch Reichelts Namen schrieb er falsch, da er ihn ja noch nie vorher gehört hatte.
Soviel zum “jahrelangen Freund, Agenten und persönlichen Berater” Peter Reichelt.
Ohne Helnweins Wissen versuchte sich Reichelt in diesem Brief bei Carl Barks einzuschleichen, indem er behauptete, er sei Helnweins Partner und würde mit ihm gemeinsam die Museumsausstellung organisieren. Genau die Ausstellung, die er später so rücksichtslos bekämpfte, unter anderem mit einer gefälschten Presseerklärung im Namen von Carl Barks.
(Siehe Gerichtsurteil Landesgericht Hamburg, 26.5.95 )
Das Oberlandesgericht Wien stellte in seiner Urteilsbegründung endgültig klar:
“Der Kläger behauptet, seit 1986 als Agent und persönlicher Berater für Carl Barks zu arbeiten. Das ist falsch. Dass die Behauptung falsch ist, folgt aus dem eindeutigen Schreiben von Carl Barks (./16), der den für ihn angeblich seit 1986 tätigen Kläger 1991 noch gar nicht kannte.
(Oberlandesgericht Wien, 23.1.2025, 2 R 10/25t)
Um seinen frei erfundenen, rufschädigenden Behauptungen mehr Gewicht zu verleihen, verwies Reichelt ständig auf seine, unter verschiedenen Pseudonymen selbstverfassten Einträge auf Wikipedia, in denen er unter anderem behauptete, nicht nur Barks’ sondern auch Helnweins Manager und Berater gewesen zu sein. Bezüglich dieser falschen Behauptungen stellte das Wiener Oberlandesgericht in seinem Urteil fest:
“Der Kläger behauptet, seit 1986 als Agent und persönlicher Berater für Carl Barks und Gottfried Helnwein zu arbeiten. Das ist falsch. Der bescheinigte Sachverhalt ergibt sich klar und deutlich aus den jeweils angeführten Bescheinigungsmitteln.”
(Oberlandesgericht Wien, 23.1.2025, 2 R 10/25t)
Der Erpressungsversuch und Barks darf seine eigene Ausstellung nicht sehen
Als Helnwein Carl Barks zur Eröffnung seiner ersten Museums-Retrospektive, die er ihm versprochen hatte, einladen wollte, teilten die Manager Grandey und Morby Helnwein unverblümt mit, dass sie nur bei einer Zahlung von 50,000.-$ Barks über die Eröffnung der Ausstellung informieren würden.Helnwein war, aus Respekt vor dem Künstler, sogar bereit diese Summe freiwillig an Barks direkt zu bezahlen, aber das lehnten Grandey und Morby ab, sie wollten das Geld auf ihr eigenes Konto, so kam es zu keiner Einigung.
Während der Eröffnung der Ausstellung im Münchner Stadtmuseum brachten sie Barks nach München, liessen ihn in bei einem kleinen Comic-Laden, gegenüber dem Museum, Drucke für Fans signieren, und verschwiegen ihm, dass in dem Museum auf der anderen Strassenseite, gerade die erste grosse Retrospektive seines Werkes stattfand. Journalisten verbaten sie, Barks darauf anzusprechen.

Im Standard schreibt Harald Havas unter dem Titel “Die Kämpfe der Duck-Diadochen” (22.7.94):
“Fazit der ganzen Angelegenheit ist bis dato ein verlorener Prozess der Barks-Manager, zusammen mit Reichelt, gegen Helnwein und Co. sowie weiter schwelende Konflikte und Rufmorde. Barks selber, der von seinen Managern hermetisch abgeriegelt wird, hat bis lang noch keinerlei Stellungnahmen zu all dem abgegeben. Auch die Manager schweigen gegenüber der Presse. Der Eindruck - ein in finanziellen Dingen unerfahrener älterer Künstler wird von eher zwielichtigen Managern gegängelt und lässt es sich, da er keine Alternative sieht, gefallen - dürfte dabei wohl nicht ganz falsch sein. Traurig nur, daß Barks aufgrund der Querelen, über die er keinen Einfluß zu haben scheint, die Ausstellung durch aktive Verhinderungen seiner Manager (die u.a. umfangreiche Vorbereitungen der Fremdenverkehrsbehörde München über den Haufen warfen) nicht zu Gesicht bekommen hat. Sie hätte ihm sicher gefallen.”
Auch Manfred Deix, mit dem Helnwein seit frühester Jugend, eine lebenslange Freundschaft verband, äusserte sich zur gleichen Zeit im NEWS:
„Es muß ein Schock für Helnwein sein. Barks war unser Gott und Lehrmeister, der HeInwein ist gekniet vor ihm. Er wollte nie einen Schilling von dem alten Mann. Barks ist von Haien umgeben, die Geld wittern und ihn reinreiten.”
Manfred Deix, 1995
(NEWS, 25.7.95, “…Helnwein Opfer einer Intrige? Sein bester Freund Manfred Deix sagt ja”)
Die Manager distanzieren sich von Reichelt und bezeichnen ihn als Lügner
Die beiden Manager von Carl Barks distanzierten sich nun endgültig von Reichelt, und stellten klar, dass Reichelt nicht autorisiert war, als Agent von Barks aufzutreten, und auch keinen Auftrag hatte, gegen die Ausstellungs Tournee Helnweins vorzugehen.Ausserdem bezeichneten sie Reichelt und seine Partnerin ausdrücklich als Lügner:

Das Ende der Barks-Manager:
1994 unternahmen die beiden Manager Grandey und Morby mit Barks eine PR-Reise durch mehrere Europäische Länder, wo sie ihn stets streng bewachten. Nach einem Empfang durch italienische Fans in Rapallo am 2. Juli 1994 gelang es Barks einen Brief an den Gastgeber Fausto Oneto durchzuschmuggeln, in dem er sich für das rücksichtslose und brutale Verhalten seines Managers Bill Grandey entschuldigte, den er ausdrücklich als “Gestapo-Wächter” bezeichnete, “der eine freundliche Signierstunde fast in eine Schlägerei verwandelt hätte”:

1998 hatte Barks schließlich genug von seinen “Gestapo-Wächtern”, und wollte das unerträgliche Verhältnis beenden. Mit Hilfe seiner alten Freunde, allen voran Bruce Hamilton, dem Verleger der offiziellen Barks-Library, klagten sie Grandey und Morby nach dem “abuse against the elderly” Gesetz, das in den USA alte Menschen vor Missbrauch und Ausbeutung schützt. Das Gericht gab ihnen recht, alle Verträge wurden für null und nichtig erklärt, das sogenannte “Carl Barks Studio” wurde aufgelöst und Grandey und Morby bekamen Kontaktverbot zu Carl Barks.
Reichelts Rundumschlag gegen Helnwein und die Museumsdirektorin
Reichelt gab sich jedoch weiterhin, ganz unverfroren, als “Agent und persönlicher Berater von Carl Barks” aus und trieb seine Hasskampagne unbeirrt fort. 1995, während Helnweins Barks-Ausstellung im Landesmuseum Mainz liess Reichelt die gefälschte “Barks-Presseerklärung”, deren Verbreitung das Urteil des Landesgerichts Hamburg ausdrücklich untersagt hatte, der Grünen Politikerin Gisela Bill und der Rheinpfälzischen Zeitung zukommen, und erstattete wieder einmal Anzeige wegen Urheberrechtsverletzung. Diesmal bei der Staatsanwaltschaft Koblenz und zusätzlich erstattete er eine Anzeige gegen die Direktorin des Museums wegen Missbrauchs von Landesmitteln (AZ 302 JS 12564/95).
Da die Vorwürfe, wie immer, nur auf Reichelts Wahnvorstellungen beruhten, teilte Oberstaatsanwalt Hans Peter Gandner von der Staatsanwaltschaft Koblenz, am 18. Juli 1995 mit, dass die Ermittlungen gegen Helnwein und das Museum eingestellt wurden. “An der Sache war nichts dran”, bestätigte er gegenüber der Presse. (Mainzer Rhein Zeitung, 20. Juli 1995).
Die Mainzer Allgemeine Zeitung (dpa), berichtete darüber am 20.7.1995:
“Der Erstatter der Anzeige (Reichelt) hatte fälschlicherweise behauptet, er sei ein Agent des Disney Zeichners Carl Barks. Die Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigte, dass gegen den Mann wegen Verdachts auf uneidliche Aussage ermittelt werde. Der angebliche Disney Agent hatte Anfang Juli bei mehreren Staatsanwaltschaften Anzeige gegen Helnwein und und den Galeristen Carsten Laqua erstattet. Die Verfahren sind jedoch eingestellt worden. Das Landgericht Hamburg hat im April in einer einstweiligen Verfügung die Verbreitung einer Erklärung verboten, in der es hiess, Helnweins Ausstellung werde gegen Barks Willen gezeigt. Den Widerspruch des Urteils hat die Kammer im Mai zurückgewiesen. Das Landgericht bestätigte dies.”
Als Reaktion auf die wütenden Attacken und Anzeigen Reichelts gegen die Helnwein Ausstellung im Landesmuseum Mainz stellte die Direktorin des Museums, Dr. Gisela Fiedler-Bender folgendes fest:
“Die Auseinandersetzung, die seit Ende April in den Medien über die Ausstellung des Landesmuseums Mainz geführt wird, hat inzwischen einen Grad an Unsachlichkeit erreicht, der alles Mass überschreitet. Hier wird nicht nur versucht, einen international anerkannten Künstler in Misskredit zu bringen - damit nicht genug, bedient man sich dieses Themas, um die Ministerin für Kultur, Jugend und Familie, Frau Dr. Götte, aufs unsachlichste zu diffamieren. Helnwein und seine Kunst sind für unser Bundesland ein Gewinn, ich schätze ihn als Mensch und Künstler und würde jederzeit wieder eine Ausstellung mit ihm veranstalten. Gott sei Dank steht die Kunst unter dem Schutz des Grundgesetzes - auch in Rheinland-Pfalz.”
An Marion Gräfin Dönhoff, Chefredakteurin der ZEIT schrieb Museumsdirektorin Dr. Gisela Fiedler-Bender:
“Soll es wieder soweit kommen, dass man Kunst und Künstler, die nicht in das Raster der Kleinbürger-Norm passen, verunglimpfen und verleumden darf? Die Freiheit der Kunst, die vor 55 Jahren mit Füssen getreten wurde, steht anscheinend heute wieder für viele zur Disposition. Sollen hier unbequeme, weil unangepasste Künstler wieder zum Abschuss freigegeben werden?”
Themenwechsel und rechte Verbündete
Nachdem Reichelt mit seinen jahrelangen Angriffen gegen Helnweins Barks-Ausstellung, mit seiner Copyright-Masche endgültig gescheitert war, suchte er sich nun ein neues Thema, um seine Rufmordkampagne weiter betreiben zu können. Da es damals in Deutschland gerade eine Kampagne einiger Pfarrer gegen Sekten gab, änderte er seine Taktik und bezichtigte Helnwein plötzlich, geheimer Drahtzieher in einem Sekten-Netzwerk zu sein.
Er tauchte weiterhin bei Helnweins Barks Ausstellungen auf, und warf ihm nun vor, Donald Duck zu benützen, um die Ausstellungsbesucher in die Scientology Sekte zu locken.Einige Pfarrer und CDU Politiker schlossen sich Reichelts Kampagne an und attackierten nun, gemeinsam mit ihm, nicht nur Helnwein, sondern auch die sozialdemokratische Ministerin für Kultur, Rose Götte, weil sie die Ausstellung nicht verbieten wollte.
Die dpa, Hamburg berichtete darüber am 18.5.95:
“Museumsdirektorin Gisela Fiedler-Bender meinte zu der Diskussion: ‘Sollten wir in Zukunft Künstler und Leihgeber zur Beichte schicken, bevor sie ihr Werke ausstellen?’ Das Vorgehen der Sektenbeauftragten der katholischen Kirche habe ich als Drohung empfunden. Wäre ich nicht protestantisch sondern katholisch, wäre ich sofort aus der Kirche ausgetreten”.
Die Ministerin für Kultur, Jugend und Familie, Rose Götte (SPD) stellt klar:
“Ich lehne es mit Entschiedenheit ab, Menschen aufgrund unbestätigter Verdächtigungen oder nach Prinzipien von Sippenhaft zu verurteilen, solange ihnen keinerlei Fehlverhalten nachgewiesen wurde. Dass der Künstler und Sammler Gottfried Helnwein für die Ausstellung seine berühmte Privatsammlung zur Verfügung stellt, sollte eher zur Dankbarkeit verpflichten, als Anlass zur Schmähung des Leihgebers sein. Ihm gebührt das Verdienst, den Comic-Zeichner Carl Barks als einen der bedeutendsten amerikanischen Künstler in Europa bekannt gemacht zu haben.”
(Die Rheinpfalz, 24.4.95)
In der Rheinzeitung schrieb Stefanie Mittentzwei am 10.5.1995:
“Mittelalter: Man könnte das ganze für eine Ente halten. Gottfried Helnwein widerfährt, was gottlob kein anderer Kunstsammler aushalten muss: Er muss sein Leben ausbreiten und sein Gewissen erforschen lassen. Er legt Beweise vor - ohne Nutzen. Was einige Kirchenmänner inszenieren und einige Politiker willig aufgreifen, um der Kulturministerin (SPD) eins auszuwischen, gleicht der Inquisition. Blinder Eifer bedient sich des Reizwortes Scientology, und der Mann bleibt auf der Folterbank. Man glaubt sich im Mittelalter und nicht im Rechtsstaat”.
Auch der Bundesveband Bildender Künstler stellt sich hinter Helnwein:
“Als ‘infam und unseriös’ hat auch der Bundesverband Bildender Künstler (BKK) ‘die Kampagne gegen unseren Künstlerkollegen Helnwein’ bezeichnet.
Helnwein sei zu danken, weil er Carl Barks, einen der bedeutendsten amerikanischen Künstler, nach Europa gebracht habe: ‘Wir wollen diese Ausstellung in Mainz sehen,’ kommentierten die beiden berufsständischen Vereinigungen der freischaffenden Künstler in Rheinland-Pfalz den Wirbel um die Ausstellung von Barks-Zeichnungen, ‘in der Hoffnung, dass die Vernunft siegt und Ruhe wieder einkehrt.”
(Rhein-Zeitung, 20.5.95)
Die Stuttgarter Zeitung berichtete am 23.5.95 über die Kampagne gegen Helnwein unter dem Titel :
“Mittelalterliche Hexenjagd auf einen Comic-Sammler”
Günther Jertz kommentierte die Attacken auf Helnwein in der Mainzer Allgemeinen Zeitung, am 20.5.95:
“Manchmal sind sie doch ziemlich unerträglich, all die guten Menschen. Die die Moral für sich gepachtet haben und stets auf der richtigen Seite stehen. Einen Makel beim anderen entdecken, und der Aufstand beginnt. Nur der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle zu Protokoll gegeben, dass die Ausstellung natürlich nichts mit Sektierern und Welterlösern zu tun hat, dass sie weder mit feinen noch mit unfeinen Methoden für diese Art Zeitgenossen wirbt, dass sie vielmehr jedem, der Augen hat zu sehen, ein vollkommen unbeschwertes Schweigen in Bildern und Geschichten ermöglicht. Die selbsternannten Aufrechten, die dagegen den Schulterschluss proben, sollten den geordneten Rückzug antreten - sie haben ein total utaugliches Objekt ins Visier genommen”.
“Helnwein : ‘Wer nur irgendeinen Hinweis auf eine Sekte in der Ausstellung entdeckt, bekommt von mir 100,000.- Mark.’ …Wer daher auf Entdeckungstour gehen will: die Ausstellung ist fantastisch, aber die Aussichten auf die Prämie sind gleich null.”
Die Süddeutsche Zeitung kommentierte am 11.5.95:
“Kalter Kaffee - Donald würde, in Verteidigung seines Freundes Helnwein, angesichts der Debatte, die sich um die Ausstellung und vor allem um die Haltung der Kulturministerin Rose Götte dreht, höchstens sagen: “Grrrrr, kalter Kaffee”. Wer sich aufregt sind zum einen die, die der Sozialdemokratin aus anderen Gründen am Zeug flicken wollen und die, welche die Zusammenhänge nicht verstehen. Wie sonst könnte man behaupten, die Ministerin ebne Helnwein den Weg in die Kulturszene? Der ist, auch das ist uralt, da längst einer der Grossen”.
Alice Schwarzer greift ein
Als die Attacken gegen Helnwein in den 90er Jahren weiter zunahmen, reagierte auch die deutsche Feministin Alice Schwarzer in einem Schreiben an Gottfried Helnwein:
“Nachdem ich vor einigen Tagen auf Reisen von einer anscheinend widerlichen ‘Report’-Sendung gegen Sie gehört habe, war ich fest entschlossen, Ihnen gleich zu schreiben und vorzuschlagen, einmal miteinander zu überlegen, was mensch tun kann, um dieser Hetzjagd endlich Einhalt zu gebieten. Nun eben, bevor ich dieses Fax schreiben konnte, rief die gute Antje Vollmer (Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestages) an und berichtete mir von genau der selben Absicht. Ich bin gerade dabei! Ich sehe nächste Woche Alfred Biolek und werde auch ihn fragen. Ludwig (Prof. Peter Ludwig, Gründer der Ludwig Museen) kommt anscheinend in drei Wochen aus dem Krankenhaus - wir können uns dann zu einem Gegenwehr-Brainstorming in Sachen GH zusammensetzen.
Lieber Gottfried, die Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass bei einer gewissen Tonlage immer etwas stinkt. Sie und Renate können gewiss sein, dass wir Sie dieser Meute nicht länger überlassen werden!”
Alice Schwarzer11. Juli 1996

Auch Manfred Deix kommentierte diese Angriffe auf Helnwein gegenüber der Presse:
“Leider hat man Helnwein in Österreich übel behandelt. Alle, die ihn attackiert und als Scientology-Guru diffamiert haben, gehören ins Gefängnis. Ich kann nur sagen: Mich wollte er nie missionieren, obwohl ich mit niemandem intensivere Gespräche führe”.
(“Ein Künstler von Weltformat”, Deix über Helnwein, NEWS 23, 1999)
Seebrücke Sellin in Rügen:
1995 wurde Helnwein von der Gemeinde Sellin auf der Insel Rügen beauftragt, die Architektur für den Bau eines Kulturzentrums, der Seebrücke des Kurbades Sellin zu entwerfen, die weit in die Ostsee hinausragen, und das Wahrzeichen der Insel Rügen sein sollte.Das Projekt wurde schliesslich Helnweins Entwurf entsprechend realisiert. Als Reichelt von dem Projekt erfuhr, kontaktierte er den Bürgermeister der Gemeinde Sellin, Herrn Liedke, und erzähle ihm, dass Helnwein “hochrangiges Mitglied bei Scientology” sei, und brachte den Bürgermeister dazu, jeden Kontakt mit ihm abzubrechen, das vereinbarte Honorar nicht zu bezahlen, und seinen Namen als Schöpfer der Seebrücke zu unterschlagen.(Helnweins Entwürfe zur Seebrücke Sellin, publiziert: Kunstmarkt.com/Marktberichte, Reichelts eigene schriftliche Aussage, dass er Bürgermeister Liedke kontaktiert und Helnwein denunziert hatte.)
Drohungen gegen Helnweins Anwalt und dessen Kinder:
Kurz darauf wurde Helnweins Anwalt Dr. Reinking von Unbekannten bedroht, und aufgefordert, Helnwein nicht mehr zu vertreten. Als schliesslich sogar seine Kinder im Kindergarten von Unbekannten bedroht wurden, legte er aus Angst und Sorge um seine Familie Helnweins Mandat zurück.
(Zeuge: Dr. Kersten Rook, dem sich der Kollege Reinking anvertraut hatte)
Dietmar Schönherrs Kommentar zu Reichelt: ‘Ein unappetitlicher Mensch’.
Der bekannte Schauspieler und TV-Moderator hatte sich seit Mitte der 80er Jahre der Aufgabe verschrieben, die Menschen Nicaraguas, nach dem Sturz des Diktators Somoza, mit seinem gemeinnützigen Verein “Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe” zu unterstützen. Zusammen mit Ernesto Cardenal errichtete er ein Kulturzentrum, eine integrierte Kunst- und Musikschule (Casa de los Tres Mundos) in Nicaragua, welches er grosszügig finanzierte.Da Schönherr mit Helnwein befreundet war, attackierte Reichelt in seinem Wahn nun auch Dietmar Schönherr, und behauptete gegenüber der Presse, dieser plane seine Stiftung in ein Scientology Zentrum zu verwandeln. Schönherr klagte sofort gegen diese absurde und frei erfundene Behauptung und das Landgericht Mannheim gab ihm recht (3098/96).
Dietmar Schönherrs Kommentar zu Reichelt, gegenüber der Presse: “Ein unappetitlicher Mensch”.
(NEWS, 8/96, WIENER, 25.3.96, FACTS, 9/96)
Ohne Unterlass verfolgte Reichelt Helnwein weiterhin mit seiner Hasskampagne, und tingelte durch unzählige Redaktionen um seine Denunziationen und falschen Behauptungen zu verbreiten. Obwohl sich die meisten Journalisten nicht auf ihn eingelassen hatten, weil sie merken, wie unseriös er war, gelang es ihm durch seine unermüdliche, fanatische Wühlarbeit doch immer wieder, irgendwelche rufschädigende Gerüchte in Umlauf zu bringen und seine diffamierenden Behauptungen, direkt oder indirekt, in verschiedene Medien zu platzieren.
Weitere Urteile:
Auch das Deutsche Bundesverfassungsgericht gab Helnwein recht

Helnwein klagte 1995 gegen falsche Tatsachenbehauptungen gegen ihn, in Bezug auf Scientology, und gewann den Prozess in 1. Instanz vor dem Landgericht Frankfurt, durch das Urteil der 3. Zivilkammer vom 24.05.1995. Auf die Berufung wurde das erstinstanzliche Urteil vom OLG Frankfurt in einem Punkt bestätigt und in drei weiteren Punkten aufgehoben und zurückgewiesen. Helnwein legte gegen dieses Urteil eine Verfassungsbeschwerde beim Deutschen Bundesverfassungsgericht ein.
Das Bundesverfassungsgericht gab Helnwein recht und hob am 10. November 1998 das Urteil des OLG Frankfurt wieder auf. In der Begründung des einstimmigen Urteils aller sieben Richter des Ersten Senates wurde ausdrücklich festgehalten:
“Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG) schützt den Einzelnen auch gegenüber der fälschlichen Zuschreibung von Mitgliedschaften in Vereinigungen oder Gruppen, sofern diese Zuschreibung Bedeutung für die Persönlichkeit und deren Bild in der Öffentlichkeit hat”.
Das Fehlurteil des OLG Frankfurt wurde durch das Bundesverfassungsgericht aufgehoben und existiert daher nicht mehr, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist endgültig, und auf der offiziellen Website des BVG abzurufen.
(BVerfG, 1 BvR 1531/96 vom 10.11.1998)

Herbert Riehl-Heyse kommentierte am 13.12.1998 in der Süddeutschen Zeitung die Entscheidung des Bundesverfafssungsgerichts unter dem Titel:
“Richter müssen die Persönlichkeit schützen - Warum die Verfassungsrichter im Fall Helnwein das Oberlandesgericht Frankfurt rügten.
Machmal muss man einem Gericht schon dankbar sein, wenn es eine blanke Selbstverständlichkeit konstatiert. Dass jemand berechtigt sei, eine ehrenrührige und unwahre Behauptung über einen anderen zu verbreiten, nur weil der Quatsch schon irgendwann unwidersprochen in irgendeiner Zeitung gestanden habe, ist eine Rechtsmeinung, die man vielleicht von einem Kegelstammtisch, aber nicht vom Frankfurter Oberlandesgericht erwarten könnte.
Nun hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass einer, der einem anderen übel nachredet, dies auch belegen muss, und dass ein Gericht sich wenigstens bemühen muss, den Wahrheitsgehalt einer Behauptung zu ergründen, deren Verbreitung es gestattet. Eine Selbstverständlichkeit ? Leider nicht, wie es scheint”.
Herbert Riehl-Heyse
Das Niveau der Attacken erreicht einen neuen Tiefpunkt
Die Denunzianten schreckten nicht einmal davor zurück den tragischen Tod einer jungen Frau, die keinerlei Verbindung zu Helnwein hatte, zu missbrauchen, um ihm eine Mitschuld an ihrem Tod anzudichten.
Eine 30-jährige Visagistin, die eine unglückliche On-Off Beziehung mit dem Hollywood Schauspieler Jim Carrey hatte, nahm sich 2015 das Leben. In ihren Notizen warf sie dem 25 Jahre älteren Schauspieler vor, sie in ein ausschweifendes Leben voller Sex und Drogen hineingezogen und mit Herpes infiziert zu haben.
Am 9. Oktober 2015 erschien ein Artikel in der britischen Tageszeitung ‘Daily Mail’, in dem ein Vertrauter Reichelts der Zeitung gegenüber behauptete, dass diese Frau Helnwein in seinem irischen Schloss getroffen habe, dass er mit ihr befreundet gewesen sei, und sie in Amerika in Scientology eingeführt hätte, bevor er sie an den Hollywood Star vermittelt habe.
Das Problem an dieser Geschichte ist, dass Helnwein noch nie von dieser Person gehört hatte, und von ihrer Existenz zum ersten Mal durch den Artikel in der Daily Mail erfuhr. Er hatte auch niemals irgendeinen Kontakt zu Jim Carrey und war an diesem tragischen Ereignis genauso unbeteiligt, wie jeder andere Leser der Zeitung.
Helnweins Anwältin stellte daher gegenüber der Redaktion der Daily Mail klar:
“Your articles are based on the fundamentally false statements that Cathriona White “became friends with artist Gottfried Helnwein” For the record, our client had never even heard of, never mind met, Ms White prior to her death. It follows therefore that he did not introduce her to the actor or anyone else for that matter, nor did he prompt or encourage her to move to Los Angeles. Such outrageous claims are completely fabricated and have absolutely no basis in fact whatsoever”.
Da es für die Redaktion offensichtlich war, dass es sich hier um völlig frei erfundene, bösartige Unterstellung handelte, zog die Daily Mail den Artikel sofort zurück und sicherte zu, die darin aufgestellten Behauptungen nicht mehr zu wiederholen.
Es ist unfassbar mit welcher Hartnäckigkeit und Besessenheit die Denunzianten immer wieder neue frei erfundene Horrorgeschichten über Helnwein verbreiten, in der Hoffnung, dass allein durch die Quantität der absurden Behauptungen und deren ständige Wiederholung, genug hängen bleiben wird, um den Ruf des Künstlers zu zerstören.
Irland und Los Angeles:
Helnwein lebte und arbeitete seit den frühen 90er er Jahren einen Teil des Jahres in den USA, zuerst in New York und später in Downtown Los Angeles. 1998 verliess er mit seiner Familie Deutschland und übersiedelte nach Irland, wo er den andern Teil des Jahres verbrachte. Reichelt versuchte zwar seine Kampagne weiter zu betreiben, da Helnwein nun aber ausserhalb seiner Reichweite war, erlahmten seine Bemühungen langsam, und für einige Jahre sah so aus, als wäre dieser Alptraum endlich vorbei.
Der Stalker taucht wieder auf und versucht nun die Albertina Ausstellung zu verhindern:
Als Helnwein um 2022 mit seiner Kunst wieder verstärkt in Österreich auftrat, und seine Ausstellung in der Albertina vorbereitete, kam Reichelt sofort nach Wien und wurde wieder aktiv. Offensichtlich war seine Obsession, Helnwein nachzustellen und ihm zu schaden, ungebrochen.
Kurz vor der Eröffnung seiner Ausstellung “Realität und Fiktion”, in der Albertina, kontaktierte er die Redaktion der Tageszeitung ’Standard’ und verbreitete das abenteuerliche Märchen von der Unterwanderung des Museums durch Scientology und hohe Summen, die geflossen seien, um sämtliche staatliche kulturelle Institutionen unter Kontrolle der Sekte zu bekommen.
Die Standard Redaktion, die unbegreiflicher Weise, auf diesen Schwachsinn hereinfiel, publizierte tatsächlich einen Artikel mit dem Titel: “Helnwein, der gefeierte Künstler, und sein lautes Schweigen zu Scientology”, in dem Reichelt, neben Fabian Schmidt und Olga Kronsteiner, sogar als Ko-Autor aufscheint.
Zusammen mit dem Journalisten Fabian Schmidt bombardierte er daraufhin sowohl den Vorstand der Albertina als auch Direktor Klaus Schröder und den Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Dr. Daniel Benyes, mit seinen Unterstellungen, und versuchte wieder einmal eine Ausstellung Gottfried Helnweins zu verhindern, während Frau Kronsteiner alle möglichen öffentliche Institutionen, neben der Albertina, auch die Kulturabteilung der Niederösterreichischen Landesregierung und die Wiener Städtische Versicherung, mit ihren inquisitorischen Fragen nervte und Rechenschaft darüber forderte, welche Gelder dieser staatlichen Institutionen an Helnwein geflossen seien. (Kronsteiner: “Es geht hier schliesslich um Steuergelder”)
Ein sinnloses Unterfangen, wie sich herausstellte, da Helnwein in dem hochsubventionierten Kulturbetrieb Österreichs, wahrscheinlich der einzige Künstler ist, der niemals auch nur einen einzigen Cent von irgendeiner Behörde oder Institution entgegengenommen hat. Weder als Subvention noch als Honorar oder irgendeiner anderen Form der Zuwendung. Das gilt auch für all seine Installationen im öffentlichen Raum, für den Ringturm ebenso, wie für den Stephansdom und alle anderen Installationen. Alle Werke, welche die Albertina von ihm besitzt, waren Geschenke des Künstlers, ebenso sein Copyright für Kataloge und Merchandise Produkte, die er immer kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Seinen gesamten Vorlass hat er dem Land Niederösterreich geschenkt.
Es erübrigt sich festzustellen, dass ausser in den Wahnvorstellungen des Stalkers, kein Museum Österreichs von irgendeiner Sekte unterwandert ist, noch, dass zu diesem Zweck irgendwelche öffentlichen oder sonstige Gelder, von wem und an wen auch immer, geflossen sind.
Erhard Stackl, Mitbegründer des Nachrichtenmagazins “profil” und ehemaliger Chef vom Dienst beim Standard war entsetzt über die Diffamierungskampagne gegen Helnwein. Er schrieb auf facebook:
“Ich muss mich über die typisch österreichische Art ärgern, in der gegenwärtig über den Künstler Helnwein berichtet wird.”
In einer email vom 24.7.2024 führt er weiter aus:
“Ich habe mich nur sehr darüber geärgert, wie heute aktive Journos die schlechten Gewohnheiten früherer Generationen beibehalten. Wenn eine Österreicherin oder ein Österreicher international großen Erfolg hat, dann ist er in dieser Lesart entweder unverdient oder es stecken irgendwelche Machenschaften dahinter, im verqueren Denken dieser Leute manchmal vielleicht sogar beides zugleich.Statt dass man sich über den Erfolg anderer freut, schafft man eine Atmosphäre aus Neid und Missgunst, die das Aufkommen neuer Talente bremst. Damals beim profil waren wir diesem Gegenwind – vom Gründer Bronner angefangen – ja stark ausgesetzt.”
Mit der Parteilichkeit eines Aktivisten, abgleiten in die Paranoia
Falter Journalisten Dusini schrieb in seinem Artikel über Helnwein (“Der Maler der Mächtigen und der Massen”): “Reichelt verfolgt das Thema mit der Parteilichkeit eines Aktivisten”. Es war ihm offensichtlich bewusst, dass Reichelt’s Aktivitäten paranoide Züge haben, denn er gab am 11. Juli 2024 in einer email an Helnwein zu: “…Reichelt verfolgt das Thema obsessiv und vermutet hinter Helnwein mächtige Netzwerke. Tatsächlich ist es schwierig, nicht von der Empirie in die Paranoia abzugleiten”.
Offensichtlich zu schwierig für Reichelt. Der in die Paranoia abgeglittene Sonderling liess jedenfalls nicht locker, und schliesslich meldete sich eine “Frau Linda Grubinger” bei der Albertina, die sich als “freie Journalistin” ausgab, (aber seltsamer Weise nicht die geringsten Spuren ihrer journalistischen Tätigkeit im Internet, oder sonst irgendwo, hinterlassen hat), mit aggressiven Anfragen, ganz im Jargon Reichelts, warum das Museum keine Konsequenzen aus Reichelts Vorwürfen im Standard und anderen Reichelt-Attacken der Vergangenheit, gezogen hätte, und ob eine weitere Zusammenarbeit mit Helnwein noch in Frage käme, und wie die Albertina, als vom “Staat finanzierte Institution”, verantworten könnte, Helnwein auszustellen. Ausserdem unterstellte “Frau Grubinger”, Helnweins Bilder würden “Ideologien des Sektengründers” verbreiten.
(Email: lindagrubinger [mailto:lindagrubinger@proton.me], Freitag, 5. Jänner 2024 13:12, An: <N.Eisterer@albertina.at>; Direktion <Direktion@albertina.at> Betreff: Fragen zu Gottfried Helnwein)
Als nun die Albertina aufgefordert wurde, alle Angestellten zu nennen, die Mitglieder von Scientology seien und Reichelt eine Liste der Eingeladenen zur Eröffnung verlangte, platze Direktor Klaus Schröder der Kragen und er machte dem Spuk ein Ende.
Klaus Schröder sagte in einem Interview im Magazin News, unter dem Titel:
Schnüffelfragen spielen in der Kunst keine Rolle:
“Ich selbst bin nicht religiös und überlasse letzten Endes dergleichen Überzeugungen jedem selbst. In Amerika würde danach überhaupt niemand fragen. Da haben wir über 220 Religionsgemeinschaften. In Österreich sind die Scientologen zum Teil als gemeinnützige Gesellschaften anerkannt. Daher ist es für mich tatsächlich eine reine Schnüffelfrage, die in der Kunst keine Rolle spielt. Und daher interessiert mich das so wenig wie der Glaube anderer an eine Taube, die den Heiligen Geist darstellt oder wieviele Jungfrauen Anhänger Mohammeds erwarten werden”.
Kultur Chefredakteur Heinz Sichrovsky reagierte im NEWS mit mehreren Artikeln auf die Hass-Kampagne gegen Helnwein:
NEWS, 27.10.2023:
“Und immer die leidigen Denunzianten - Österreich feiert den 75. Geburtstag des bedeutenden Malers Gottfried Helnwein. Ein zu Recht errötendes Tagesperiodikum betätigt sich zum Anlass wieder als Freizeitstaatsanwaltschaft”.
NEWS, 11.01.2024:
“Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder wird im Interview auch zu Denunziationen gegen Helnwein deutlich”.
NEWS, 27.2.2024:
“Per Pudertanz zu den unerfreulichen Wahrheiten”, “Denunziationsgeschichte über Helnwein”.
Reichelt klagte darauf beim österreichischen Presserat gegen die Aussagen von Heinz Sichrovsky und Klaus Schröder im “NEWS”.
Der Österreichische Presserat wies die Beschwerde Reichelts am 16.04.2024 zurück und stellte fest:
Die Bezeichnungen ein “für seine Helnwein-Obsession bekannter Sonderling”, “leidiger Denunziant”,“Denunziationskampagne”, “reine Schüffelfrage”, sind in Zusammenhang mit Peter Reichelt zulässig.
Der darauf erfolgte Einspruch Reichelts wurde als unbegründet erkannt und zurückgewiesen, eine erneute Einspruchsmöglichkeit besteht nicht.
Die Vorsitzende des Presserat Senats 1 zitierte in ihrem Urteil NEWS Kulturredakteur Heinz Sichrovsky:
“Kein vernünftiger Journalist hat die Kampagne aufgenommen, niemand sich vom Ausstellungsbesuch (in der Albertina) abhalten lassen. Helnwein steht auf der Höhe des Ruhms und des Marktwerts.“
Die Helnwein Ausstellung “Realität und Fiktion” im Albertina Museum in Wien 2024, wurde von 300,000 Besuchern gesehen. Es ist dies die höchste Besucherzahl eines lebenden Künstlers in der Geschichte des Museums.


Reichelt versucht die Ausstellung im Osthaus Museum in Hagen zu verhindern
Wie immer, machte Reichelt, trotz der Sinnlosigkeit seiner Kampagne in blindem Hass unbeirrt weiter.Vermutlich über eine Ankündigung auf Helnweins Website, erfuhr er von seiner nächsten Ausstellung im Osthaus Museum in Hagen in Deutschland und kontaktierte daraufhin Journalisten der lokalen Medien, um wie üblich Stimmung gegen Helnwein zu machen. Frau Willer, die Kulturredakteurin der Westfälische Rundschau teilte Helnwein und der Museumsleitung mit, dass Reichelt, in äusserst aufdringlicher Weise, versucht hatte, ihr seine Lügengeshichten aufzudrängen, indem er, unter anderem, auf den von ihm mitverfassten Artikel im Standard verwies.
In der Zeitung seines Wohnortes, dem ‘Mannheimer Morgen’, verfasste der Stalker sogar selbst einen Hass-Artikel, wie immer mit den üblichen Unterstellungen und frei erfundener Behauptungen unter dem Titel: “Kunst, Skandale und Scientology”, in dem er unter anderem phantasierte, dass Helnwein “regelmässig als Stargast, neben Tom Cruise in der ersten Reihe sitzend”, bei irgendwelchen Veranstaltungen einem “Sektenführer gehuldigt” habe.
Das Problem ist, dass Helnwein Tom Cruise noch nie in seinem Leben getroffen hat, und niemals irgendeinen Kontakt zu ihm hatte, und daher natürlich auch niemals mit ihm irgendwo in erster Reihe gesessen, gefeiert oder irgendjemandem “gehuldigt” hat.
Als die Redaktion feststellte, dass die abenteuerlichen Behauptungen Reichelts nur seinen Wahnvorstellungen entsprungen waren, und die Urteile österreichischer Höchstgerichte Reichelt als Denunzianten und Stalker bestätigten, der, laut Aussage des Oberlandesgerichts Wien ”nach wie vor mit falschen Behauptungen auftritt”, löschte sie den Beitrag im Internet und sicherten zu, diesen Artikel und die darin aufgestellten falschen Behauptungen nicht mehr zu wiederholen.
Dr. Taifun Belgien, Der Direktor des Museums Osthaus in Hagen stellte 2024 in einem Schreiben an die Kulturredakteurin der Westfälische Rundschau, Frau Dr. Willer, folgendes fest:
“Ich verfolge seit 40 Jahren alle möglichen Gerüchte, Mutmassungen und Verdächtigungen und mich kann nichts mehr erschrecken in der Kunstwelt. Dass Reichelt seit den 90er Jahren einen Anti-Helnwein Kurs fährt, stellt für mich keine Neuigkeit dar. Ich stelle allerdings seine “Recherchen” in Frage und ich habe mich mit Helnweins Galeristen über Reichelts Schandwerk unterhalten. Ich halte Gottfried Helnwein für einen der bedeutendsten Künstler unserer Zeit und bin daher glücklich, meine letzte Ausstellung im Museum Osthaus in Hagen zu realisieren”
(Email, Taifun Belgyn, Osthaus Museum Hagen, 19.1.2024)
Beunruhigt durch die neuerlichen Aktivitäten Reichelts beschloss Dr. Belgin, für die Eröffnung und die Preseekonferenz, Helnwein einen Bodyguard zur Seite zu stellen:

Die Ruhr Nachrichten berichtete über die Ausstellung:
“Bilder, die verstören und provozieren. Helnwein nahm immer in Kauf, dass Politik und Kultur-Verweser ihn mit Dreck bewarfen, nicht nur in seiner Heimat Österreich. Dabei ist er ein Humanist und Moralist, der gegen die Grausamkeit der Welt anmalt."
(Kai-Uwe Brinkmann, Ruhr Nachrichten, March 19, 2024 )
Weitere Auswirkungen der Rufmord Kampagne
Die Verleumdungskampagne blieb nicht ganz ohne Folgen, durch den Reichelt-Artikel im Standard wurde auch die Kulturredakteurin der Tageszeitung “Die Presse” aufgescheucht, In der Hoffnung, eine kleine Verschwörung aufzudecken zu können, holte sie sich einen Aktivisten und Gegner von Scientology, der selbst einmal Mitglied gewesen war, und beauftragte ihn tatsächlich, die Bilder Helnweins in der Albertina Ausstellung genau zu untersuchen, um herauszufinden, ob sich nicht irgendwelche versteckten Sekten-Botschaften oder Symbole darin befänden. (Die Presse, 27. 10.2023: “Wieviel Scientology steckt in Helnwein? -Die ‘Presse’ fragte dazu einen Sekteaussteiger, und ging durch die Ausstellung.”) - Wohl zur Enttäuschung der Redakteurin war es dem Aktivisten trotz aller Bemühung nicht möglich, irgendetwas derartiges in den Arbeiten aufzuspüren.
Das ist ungefähr so, als würde eine Journalistin, auf den Verdacht hin, ein Künstler sei Jude, einen bekannten Antisemiten aufforderte, die Bilder des Künstlers nach jüdischen oder zionistischen Inhalten abzusuchen.Statt sich von einem gerichtsbekannten Denunzianten instrumentalieren zu lassen, sollte sich die Journalistin vielleicht den Satz Klaus Albrecht Schröders zu Herzen nehmen: “Schnüffelfragen spielen in der Kunst keine Rolle”.
Der Kampf gegen ein Helnwein-Museum
Nachdem bekannt wurde, dass es zwischen Helnwein und Vertretern der Stadt Wien Gespräche und Überlegungen bezüglich eines Helnwein-Museums gegeben hat, drangen nun die Verschwörungstheorien Reichelts mit Hilfe einer Journalistin zu einer Grünen Politikerin durch, die im Herbst 2024 in einer offizielle Anfrage an den Wiener Bürgermeister, den Finanzstadtrat und den Direktor der Wien Holding, Auskunft darüber verlangte, ob der Direktor der Wien Holding Mitglied von Scientology sei und irgendwelche Geschäftsmodelle geplant seien, die den Fluss Amerikanischer (Sekten-)Gelder in die Wien Holding ermöglichten. Die Verblüffung und das Unverständnis, ob dieser absurden, jeder Realität entbehrender Anfrage war entsprechend gross.
Ganz Österreich konnte auf jeden Fall erleichtert aufatmen - nicht nur die Albertina, sondern auch die Stadt Wien und die SPÖ befinden sich nicht unter der Kontrolle einer amerikanischen Sekte. Dies wurde in der Beantwortung der Anfrage eindeutig klargestellt.
Es handelte sich, wieder einmal, lediglich um das Phantasie-Produkt eines verwirrten, gerichtsbekannten Stalkers und Denunzianten, und es ist erstaunlich, dass es immer noch schlichte Gemüter gibt, die auf die Verschwörungstheorien über geheimnisvolle, hinterhältige Sekten, die unermüdlich damit beschäftigt sind, alle staatlichen Institutionen zu unterwandern, hereinfallen.
Resümee
Dies ist nur eine kleine, selektive Auswahl der Attacken, die zeigen soll, wie der Stalker seit Jahrzehnten mit geradezu wahnhafter Besessenheit alles daran setzt, den Ruf eines Künstlers zu zerstören, und seine Ausstellungen zu verhindern.Die vollständige Liste der Attacken, Denunziationen, Lügen, Verleumdungen und Intrigen des Stalkers, der auch vor illegalen Handlungen nicht zurückschreckte, ist jedoch bedeutend länger und gut dokumentiert.
Gedanken zu journalistischer Ethik
Es ist ein eklatanter Verstoss gegen die Grundprinzipien journalistischer Ethik, einem gerichtsbekannten Stalker, der seit Jahrzehnten einen Künstler in einer beispiellosen Hasskampagne verfolgt, in einer Zeitung ein Forum zu bieten, um sein Opfer weiterhin mit falschen, rufschädigenden Behauptungen attackieren zu können.
Obwohl andere Redaktionen die denunziatorischen Artikel des Stalkers aus dem Internet wieder entfernt haben, ist der Standard-Artikel immer noch abrufbar, trotz höchstgerichtlicher Urteile, die eindeutig klarstellen, dass Der Stalker den Künstler nicht nur seit Jahren terrorisiert, sondern dass er nach wie vor mit falschen Behauptungen gegen ihn agiert.
Zitat aus dem Urteil des Handelsgerichts Wien:
“Dass Helnwein die jahrelange Aufmerksamkeit des ‘Aktivisten’ und ‘Denunzianten’ als Hass interpretiert, ist ihm angesichts des nach wie vor mit falschen Behauptungen auftretenden Klägers (Reichelt), nicht zu verübeln”.
(39 Cg 117/24k - 7)
Reaktionen auf die Rufmordkampagne
Der Berliner Comic-Experte Carsten Laqua fasst seine Erfahrungen mit Peter Reichelt so zusammen:
“Herr Reichelt hatte sich als äußerst unseriöser Geschäftspartner herausgestellt. Seine Dreistigkeit mit der er manchmal in einem „Graubereich“, manchmal ganz offen illegal agierte, machte mich oft fassungslos. Letztlich hatte ich über Jahre das Gefühl, von Herrn Reichelt verfolgt zu werden, wobei immer Gottfried Helnwein das Ziel war. Nicht nur, daß Herr Reichelt versuchte, von der Arbeit sogenannter „Prominenter“ zu profitieren. Er versuchte immer gleichzeitig, seinen angepeilten „Opfern“ zu schaden. Nach dieser Erfahrung tut mir jeder Prominente leid, an den sich jemand wie Herr Reichelt „rangemacht“ hat, und davon soll es einige geben”.
(Carsten Laqua, Eidesstattliche Erklärung, 2004)
“In meiner langen Museumslaufbahn sind mir Menschen mit solch einer unverschämten Dreistigkeit wie Reichelt und Brockmann noch nie begegnet. Es war daher auch das erste Hausverbot, das ich je erteilt habe.”
Dr. Wolfgang Till
Direktor des Münchner Stadtmuseums
“Ich verfolge seit 40 Jahren alle möglichen Gerüchte, Mutmassungen und Verdächtigungen und mich kann nichts mehr erschrecken in der Kunstwelt. Dass Reichelt seit den 90er Jahren einen Anti-Helnwein Kurs fährt, stellt für mich keine Neuigkeit dar. Ich stelle allerdings seine “Recherchen” in Frage und ich habe mich mit Helnweins Galeristen über Reichelts Schandwerk unterhalten. Ich halte Gottfried Helnwein für einen der bedeutendsten Künstler unserer Zeit und bin daher glücklich, meine letzte Ausstellung im Museum Osthaus in Hagen zu realisieren.”
Taifun Belgyn,
Direktor des Osthaus Museums Hagen
“Die Auseinandersetzung, die in den Medien über die Ausstellung des Landesmuseums Mainz geführt wird, hat inzwischen einen Grad an Unsachlichkeit erreicht, der alles Mass überschreitet. Hier wird nicht nur versucht, einen international anerkannten Künstler in Misskredit zu bringen - damit nicht genug, bedient man sich dieses Themas, um die Ministerin für Kultur, Jugend und Familie, Frau Dr. Götte, aufs unsachlichste zu diffamieren. Helnwein und seine Kunst sind für unser Bundesland ein Gewinn, ich schätze ihn als Mensch und Künstler und würde jederzeit wieder eine Ausstellung mit ihm veranstalten. Gott sei Dank steht die Kunst unter dem Schutz des Grundgesetzes - auch in Rheinland-Pfalz.”
Dr. Gisela Fiedler-Bender
Direktorin des Landesmuseums Mainz
“Soll es wieder soweit kommen, dass man Kunst und Künstler, die nicht in das Raster der Kleinbürger-Norm passen, verunglimpfen und verleumden darf? Die Freiheit der Kunst, die vor 55 Jahren mit Füssen getreten wurde, steht anscheinend heute wieder für viele zur Disposition. Sollen hier unbequeme, weil unangepasste Künstler wieder zum Abschuss freigegeben werden?”
Dr. Gisela Fiedler-Bender
In einem Brief an Marion Gräfin Dönhoff, Chefredakteurin der ZEIT
“Ich lehne es mit Entschiedenheit ab, Menschen aufgrund unbestätigter Verdächtigungen oder nach Prinzipien von Sippenhaft zu verurteilen, solange ihnen keinerlei Fehlverhalten nachgewiesen wurde. Dass der Künstler und Sammler Gottfried Helnwein für die Ausstellung seine berühmte Privatsammlung zur Verfügung stellt, sollte eher zur Dankbarkeit verpflichten, als Anlass zur Schmähung des Leihgebers sein. Ihm gebührt das Verdienst, den Comic-Zeichner Carl Barks als einen der bedeutendsten amerikanischen Künstler in Europa bekannt gemacht zu haben.”
Rose Götte
Ministerin für Kultur, Jugend und Familie (SPD)
“Ich muss mich über die typisch österreichische Art ärgern, in der gegenwärtig über den Künstler Helnwein berichtet wird…
Ich habe mich sehr darüber geärgert, wie heute aktive Journos die schlechten Gewohnheiten früherer Generationen beibehalten. Wenn eine Österreicherin oder ein Österreicher international großen Erfolg hat, dann ist er in dieser Lesart entweder unverdient oder es stecken irgendwelche Machenschaften dahinter, im verqueren Denken dieser Leute manchmal vielleicht sogar beides zugleich. Statt dass man sich über den Erfolg anderer freut, schafft man eine Atmosphäre aus Neid und Missgunst.”
Erhard Stackl,
Mitbegründer des Nachrichtenmagazins “profil” und ehemaliger Chef vom Dienst beim Standard
“Die Kampagne gegen unseren Künstlerkollegen Helnwein ist infam und unseriös.”
Bundesverband Bildender Künstler (BKK)
Rhein-Zeitung, 20.5.95
“Mittelalterliche Hexenjagd auf einen Künstler”
Die Stuttgarter Zeitung , 23.5.95
“Mittelalter: Man könnte das ganze für eine Ente halten. Gottfried Helnwein widerfährt, was gottlob kein anderer Kunstsammler aushalten muss: Er muss sein Leben ausbreiten und sein Gewissen erforschen lassen. Er legt Beweise vor - ohne Nutzen. Was einige Kirchenmänner inszenieren und einige Politiker willig aufgreifen, um der Kulturministerin (SPD) eins auszuwischen, gleicht der Inquisition. Blinder Eifer bedient sich des Reizwortes Scientology, und der Mann bleibt auf der Folterbank. Man glaubt sich im Mittelalter und nicht im Rechtsstaat”.
Stefanie Mittentzwei
Rheinzeitung, 10.5.1995
“Manchmal sind sie doch ziemlich unerträglich, all die guten Menschen. Die die Moral für sich gepachtet haben und stets auf der richtigen Seite stehen. Einen Makel beim anderen entdecken, und der Aufstand beginnt. Nur der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle zu Protokoll gegeben, dass die Ausstellung natürlich nichts mit Sektierern und Welterlösern zu tun hat, dass sie weder mit feinen noch mit unfeinen Methoden für diese Art Zeitgenossen wirbt, dass sie vielmehr jedem, der Augen hat zu sehen, ein vollkommen unbeschwertes Schweigen in Bildern und Geschichten ermöglicht. Die selbsternannten Aufrechten, die dagegen den Schulterschluss proben, sollten den geordneten Rückzug antreten - sie haben ein total utaugliches Objekt ins Visier genommen”.
Günther Jertz
Mainzer Allgemeine Zeitung, 20.5.95
“Nachdem ich vor einigen Tagen auf Reisen von einer anscheinend widerlichen ‘Report’-Sendung gegen Sie gehört habe, war ich fest entschlossen, Ihnen gleich zu schreiben und vorzuschlagen, einmal miteinander zu überlegen, was mensch tun kann, um dieser Hetzjagd endlich Einhalt zu gebieten. Nun eben, bevor ich dieses Fax schreiben konnte, rief die gute Antje Vollmer (Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestages) an und berichtete mir von genau der selben Absicht. Ich bin gerade dabei! Ich sehe nächste Woche Alfred Biolek und werde auch ihn fragen. Ludwig (Prof. Peter Ludwig, Gründer der Ludwig Museen) kommt anscheinend in drei Wochen aus dem Krankenhaus - wir können uns dann zu einem Gegenwehr-Brainstorming in Sachen GH zusammensetzen. Lieber Gottfried, die Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass bei einer gewissen Tonlage immer etwas stinkt. Sie und Renate können gewiss sein, dass wir Sie dieser Meute nicht länger überlassen werden!”
Alice Schwarzer
in einem Fax vom 11. Juli 1996
“Leider hat man Helnwein in Österreich übel behandelt. Alle, die ihn attackiert und als Scientology-Guru diffamiert haben, gehören ins Gefängnis. Ich kann nur sagen: Mich wollte er nie missionieren, obwohl ich mit niemandem intensivere Gespräche führe”.
Manfred Deix
“Ein Künstler von Weltformat”, Deix über Helnwein, NEWS 23, 1999
“Reichelt ist ein unappetitlicher Mensch”.
Dietmar Schönherr
(NEWS, 8/96, WIENER, 25.3.96, FACTS, 9/96)
“Reichelt ist ein Trittbrettfahrer”
Hans-Werner Schmidt
Direktor des Museums der bildenden Künste in Leipzig,
“Machmal muss man einem Gericht schon dankbar sein, wenn es eine blanke Selbstverständlichkeit konstatiert. Dass jemand berechtigt sei, eine ehrenrührige und unwahre Behauptung über einen anderen zu verbreiten, nur weil der Quatsch schon irgendwann unwidersprochen in irgendeiner Zeitung gestanden habe, ist eine Rechtsmeinung, die man vielleicht von einem Kegelstammtisch, aber nicht vom Frankfurter Oberlandesgericht erwarten könnte.
Nun hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass einer, der einem anderen übel nachredet, dies auch belegen muss, und dass ein Gericht sich wenigstens bemühen muss, den Wahrheitsgehalt einer Behauptung zu ergründen, deren Verbreitung es gestattet. Eine Selbstverständlichkeit ? Leider nicht, wie es scheint”.
Herbert Riehl-Heyse
Süddeutsche Zeitung, 13.12.1998
“Bilder, die verstören und provozieren. Helnwein nahm immer in Kauf, dass Politik und Kultur-Verweser ihn mit Dreck bewarfen, nicht nur in seiner Heimat Österreich. Dabei ist er ein Humanist und Moralist, der gegen die Grausamkeit der Welt anmalt."
Kai-Uwe Brinkmann,
Ruhr Nachrichten, March 19, 2024
“Und immer die leidigen Denunzianten - Österreich feiert den 75. Geburtstag des bedeutenden Malers Gottfried Helnwein. Ein zu Recht errötendes Tagesperiodikum betätigt sich zum Anlass wieder als Freizeitstaatsanwaltschaft…Denunziation ist mancherorts Standard, Kunst Nebensache geworden…dass derartige Debatten ‘mit Denunziationsgeschichten über Helnwein auch das so genannte Qualitätsfeuilleton (Standard) erreicht haben, ist weder überraschend noch bedrückend, sondern ermutigend: Kein vernünftiger Journalist hat die Kampagne aufgenommen, niemand sich vom Ausstellungsbesuch (in der Albertina) abhalten lassen. Helnwein steht auf der Höhe des Ruhms und des Marktwerts”.
Heinz Sichrovsky
Kultur Chefredakteur, NEWS
Früher, zu den Zeiten von Heinrich Böll und Christa Wolf, von Günther Grass und Wolf Biermann, war es vor allem die Politik, die sich mit den Künstlern anlegte. Das ist lange her. Heute sind es die politischen Feuilletonisten, die als Generäle und Generalisten Streit suchen. Die Reihe der großen Namen ist lang, die in den letzten Jahren in Verdacht und Verruf gerieten. Botho Strauß, Anselm Kiefer, Martin Walser, Hans Magnus Enzensberger, Gottfried Helnwein, Peter Handke - ihnen allen wurde "gefährliches Denken", Abdriften in "Untiefen" oder "Fischen im Trüben" vorgeworfen, wenn man sie nicht gleich verdächtigte, "faschistoid" zu denken, zu malen oder zu schreiben.
Antje Vollmer
Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
‘Ritter der Übermoral’, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.1999
Ein Brief des österreichischen Bundespräsidenten an Gottfried Helnwein:

“Ihre Bilder verunsichern, rütteln auf und nötigen geradezu, über Missstände eingehend nachzudenken. Damit sind sie ein Beleg für die Sprengkraft, die der Kunst innezuwohnen vermag. Ich möchte Ihnen für dieses sicherlich nicht immer komfortable Engagement danken und Ihnen - gleichsam von Donaldist zu Donaldist - Gesundheit und weitere Schaffenskraft wünschen”.
Und Carl Barks meinte:

Der Denunziant
Carl Barks, india ink on paper
Die Entscheidungen der Gerichte sind jedenfalls eindeutig:
Das Oberlandesgericht Wien hat am 6.6. 2025 entschieden: Peter Reichelt darf als Stalker bezeichnet werden, der Helnwein hasst und seit Jahren terrorisiert.

“Die Äusserung Helnweins: ‘Peter Reichelt ist ein Stalker, der mich seit Jahren hasst und terrorisiert’ ist nicht diffamierend, sondern es handelt sich dabei um ein durch ein ausreichendes Tatsachensubstrat gedecktes Werturteil”
Das Gericht führte weiter aus:
“Dass Helnwein die jahrelange Aufmerksamkeit des ‘Aktivisten’ (Falter) und ‘Denunzianten’ (Presserat) als Hass interpretiert, ist ihm angesichts des nach wie vor mit falschen Behauptungen auftretenden Klägers, nicht zu verübeln.”
und
“Der Kläger behauptet, seit 1986 als Agent und persönlicher Berater für Carl Barks und Gottfried Helnwein zu arbeiten. Das ist falsch. Der bescheinigte Sachverhalt ergibt sich klar und deutlich aus den jeweils angeführten Bescheinigungsmitteln.”
(Oberlandesgericht Wien, Berufungsgericht, 06.06.2025, 2 R 45/25i)
Das Urteil des Oberlandesgerichts Wien ist rechtskräftig und Rechtsmittel gegen diesen Beschluss sind nicht zulässig. Der Antrag auf Revision wurde ohne weitere Begründung vom Berufungsgericht zurückgewiesen.
Das Gericht wies in diesem Zusammenhang auch auf ein frühere Entscheidung des Österreichischen Presserates hin: (Zitat:) “Der Presserat führte am 16.04.2024 über eine Beschwerde des Klägers (Reichelt) aus, dass er die Bezeichnung des Klägers als „leidiger Denunziant“ und „bekannter Sonderling“ sowie seiner Beiträge als „Denunziationsgeschichte“ für zulässig hält’”.
Der Österreichische Presserat erklärt es für zulässig, Reichelt als Stalker, Denunzianten und bekannten Sonderling mit Helnwein-Obsession zu bezeichnen.
Der Österreichische Presserat stellte fest, dass die Bezeichnungen “Denunziationen”, “Denunziationskampagne”, “Leidiger Denunziant”, “Schnüffelfrage”, und “bekannter Sonderling” in Zusammenhang mit Peter Reichelt zulässig sind.
(Presserat, Beschwerdesenat 1, 2024/034, ZVR-Zahl: 085650650)
Ein Jahr später klagt Reichelt erneut und der Presserat stellt endgültig klar: Reichelt muss die Bezeichnungen „Stalker“,„Denunziant“ und „bekannter Sonderling“ aushalten.
Das Ausmass seines Realitätsverlustes, seiner Besessenheit und Unbelehrbarkeit, zeigte sich, als Reichelt 2025 erneut beim österreichischen Presserat eine Beschwerde wegen der Bezeichnungen “Stalker”, “Denunziant” und “bekannter Sonderling” einreicht.
Erneut bezieht er sich auf einen Artikel des Kulturredakteurs der Zeitschrift NEWS:
„Wieder ist ein Denunziant abgeblitzt, erst beim Presserat und jetzt beim Wiener Handelsgericht, beide Male im Zusammenhang u. a. mit meiner Berichterstattung. Es geht um einen „Stalker“, den man jetzt gerichtlicherseits so nennen darf, ebenso „Denunziant“ und „bekannter Sonderling“. Der Mann ist seit 30 Jahren hinter dem Weltkünstler Gottfried Helnwein her”
Wie nicht anders zu erwarten, stellt der Senat 3 des Presserates am 11.4.2025 wieder ausdrücklich fest:
“Eine Persönlichkeitsverletzung sieht der Senat in der Berichterstattung nicht; der Beschwerdeführer muss den Begriff ‘Stalker’ sowie die ebenfalls beanstandeten Bezeichnungen ‘Denunziant’ und ‘bekannter Sonderling’ aushalten”.
(Österreichischer Presserat, Senat 3, Vorsitzender Dr. Georg Karasek, 11.4.2025, ZVR-Zahl: 085650650)
Die Entscheidung des Presserates ist rechtskräftig. Der Einspruch Reichelts wurde als unbegründet zurückgewiesen. Eine erneute Einspruchsmöglichkeit besteht nicht.
Starrköpfig und unbelehbar klagt Reichelt 2026 erneut in der gleichen Angelegenheit und der Presserat stellt noch einmal fest: “Die Bezeichnung Reichelts als ‘Helnwein-Stalker’ ist gerechtfertigt”.
Nach Auffassung des Senats 2 des Presserats ist die Bezeichnung „verhaltenorigineller Helnwein-Stalker“ in einem Artikel in der Zeitschrift „News“ gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer kritisiert den Beitrag „Spitzentöne“ – darin bezeichnet der Autor Heinz Sichrovsky den Beschwerdeführer wegen eines Helnwein-kritischen Artikels in der Tageszeitung „Der Standard“ als „verhaltensoriginellen Helnwein-Stalker“. Der Beschwerdeführer sieht darin eine Beleidigung, u.a. auch deshalb, weil ihm dadurch zu Unrecht eine Straftat vorgeworfen werde.
Diese Beschwerde wurde mit Beschluss des stellvertretenden Vorsitzenden des Senats 2 als offensichtlich unbegründet zurückgewiesen.
(Österreichischer Presserat, OTS, Austria Presse Agentur, 20.8.2026)